Francis Bacon war der Sohn eines hohen Staatsbeamten. Bereits 1573 begann er sein Rechtsstudium in
Cambridge, das er ab 1575 in Paris fortsetzte. Nach Studienabschluss 1579 war er als Advokat tätig. Im Jahre 1595 wurde er Parlamentarier und 1603 zum Ritter geschlagen. 1604 wurde er Kronanwalt, 1613
Oberstaatsanwalt und 1617 übernahm er die Funktion des Grosssiegelbewahrers, die schon sein Vater inne hatte. 1618 wurde er Lordkanzler und Baron von Verulam, 1620 Viscount of Saint Albans. Er verlor aber 1621 alle öffentlichen Ämter, als er in eine Bestechungsaffäre geriet. Bacon wurde vom Parlament zu einer hohen Geldstrafe und einer Haft im Tower veurteilt. Der König begnadigte ihn, sprach ihm eine grosse Pension zu und gab ihm auch wieder ein Parlamentsmandat, das er jedoch wegen seiner Krankheit nicht mehr ausüben konnte.
Bacon bemühte sich um eine grosse Erneuerung der Philosophie und der Wissenschaften, die fortan auf der «unverfälschten Erfahrung» gründen sollten. Denn nur Beobachtungen und Experimente könnten als sichere Quelle des Wissens gelten. Durch die Ersetzung jeder spekulativen durch die empirische Methode wurde Bacon zum Wegbereiter der Naturwissenschaften und einem Vorläufer des englischen Empirismus. Mit seinem Novum organum scientiarum wollte er die logischen Methoden, die in Aristoteles' Organon zusammengefasst sind, ablösen. Bacon entwickelte eine Theorie der Induktion und wies auf mögliche Täuschungen durch Trugbilder hin. Das Ziel der naturwissenschaftlichen Erkenntnis sei die Beherrschung und Nutzbarmachung der Natur zum Wohle des Menschen. In der von More inspirierten Utopie Nova Atlantis beschreibt Bacon 1627 einen technisch perfekten Zukunftsstaat. Angeregt durch Montaigne verfasste Bacon auch 58 Essays, in denen er praktische Lebensweisheiten und allgemeine Leitsätzen der Lebensführung vorstellt. Sein Plan, das komplette englische Recht seiner Zeit zu kodifizieren, gelang Bacon hingegen nicht.
| Literatur: | Francis Bacon, Neues Organon, Hamburg 1990, Meiner. Francis Bacon, Neu-Atlantis, Stuttgart 1982, Reclam UB 6645. Francis Bacon, Essays oder Praktische und moralische Ratschläge, Stuttgart '', Reclam UB 8358. |
| Internet: | Francis Bacon, Nova
Atlantis, englische Übersetzung. Francis Bacon, Essays, fast alle Aufsätze (englisch). BG Porcia Spittal/Drau, Bacon und sein Werk, ausführliche Würdigung. |
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Hoffnung, Tugend, Zorn & Glück
«Hoffnung ist ein gutes Frühstück, aber ein schlechtes Abendbrot.»
«Tugend ist wie ein kostbarer Stein - am besten in einfacher Fassung.»
«Zorn macht langweilige Menschen geistreich.»
«Mit dem Glück geht es wie auf dem Markte, wo oft die Preise fallen, wenn man ein wenig wartet.»
«Die beste Einstellung gegenüber dem Bösen ist, es nicht tun zu wollen.»
«Gute Gesinnung allein, wenngleich sie Gott wohlgefällig ist, hat für die Allgemeinheit wenig mehr Wert als gute Träume, es sei denn, dass sie in Handlungen umgesetzt werden.»
«Im Theater des menschlichen Lebens ist es nur Gott und den Engeln erlaubt, Zuschauer zu
sein.»
«Nichts gereicht einem Staat mehr zum Schaden, als dass die Schlauen für klug
gelten.»
Geld
«Geld gleicht dem Dünger, der nur nützt, wenn er flächendeckend ausgestreut
wird.»
«Reichtum ist wie Stallmist: Er nützt nur, wenn man ihn ausstreut.»
«Wer gut wirtschaften will, sollte nur die Hälfte seiner Einnahmen ausgeben, wenn er reich werden will, sogar nur ein Drittel.»
«Wucher ist das sicherste Mittel zum Gewinn, obwohl eines der schlechtesten, da er nichts anderes
bedeutet, als sein Brot zu essen im Schweisse des Angesichts eines anderen.»
Mann & Frau
«Ein kluger Mann schafft mehr Gelegenheiten, als er findet.»
«Für eines Mannes Handeln ist das eigene Ich ein dürftiger Ausgangspunkt.»
«Frauen: die Geliebten der Männer in der Jugend, die Gefährtinnen auf der Höhe des Lebens, die Pflegerinnen im Alter.»