George Berkeley wurde auf Disert Castle im County Kilkenny geboren. Er besuchte das Trinity College in
Dublin und unterrichtete dort zwischen 1707-13 selbst Theologie. 1713 ging er nach London und besuchte
anschliessend Paris und Italien. Er weilte 1729-31 auf den Bermudainseln, wo er ein christliches
Missionszentrum aufbauen wollte. Seine Pläne musste er mangels finanzieller Unterstützung
aufgeben. Zurück in der Heimat wurde Berkeley 1734 zum Bischof von Cloyne (bei Cork) ernannt.
Berkeley entwickelte seine Philosophie in kritischer Auseinandersetzung mit Descartes und Locke. Berkeley lehnte den Materialismus, worunter er die Annahme einer ausserhalb des Bewusstseins existierenden körperlichen Welt verstand, ab. Er folgt Locke und betrachtet die sekundären Sinnesqualitäten wie Farben und Töne als subjektiv, d.h. einzig in der Anschauung. Er geht aber weiter als Locke, indem er auch die primären Qualitäten wie Ausdehnung und Bewegung als subjektiv erklärt. Der Mensch könne sinnliche Gegenstände nur als Ideen wahrnehmen; ihr Sein erhalten sie durch die Tatsache der Wahrnehmung («esse est percipi»). Nun stellt sich das Problem: Verschwindet der Baum, wenn ihn kein Mensch anschaut? Nein, meint Berkeley, denn alle Gegenstände der Erscheinungswelt sind als Ideen in Gott enthalten, der als denkender Geist verstanden wird. Nur durch die Bezugnahme auf Gott verhindert Berkeley, dass er die Aussenwelt nicht grundsätzlich in Frage stellen muss. In seinem Hauptwerk Treatise concerning the principles of human knowledge stellte Berkeley 1710 seinen Immaterialismus vor.
Berkeley steht philosophiegeschichtlich zwischen Locke und Hume. Auch Kant setzte sich mit dem "subjektiven Idealismus", wie er die Philosophie Berkeleys deutete, auseinander.
| Literatur: | George Berkeley, Eine Abhandlung über die Prinzipien der menschlichen Erkenntnis, Hamburg 2003, Meiner. |
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«Erst wirbeln wir den Staub auf und behaupten dann, dass wir nichts sehen können.»
«Alte und eingewurzelte Vorurteile erlangen oft die Geltung von Prinzipien und gelten dann nicht nur selbst, sondern mit ihnen gilt zugleich auch das, was sich aus ihnen ableiten lässt, als erhaben über alle Prüfung.»