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Last Update: 21.12.04
 

 
 

Jean Bodin (1529-1596)

Der französische Philosoph Jean Bodin wurde 1529 in Angers geboren und starb 1596 in Laon. Während der französischen Religionskriege verfasste Bodin seine Staatsrechtslehre, die den Begriff der Souveränität in die politische Philosophie einführte. Wie später Hobbes plädierte auch Bodin für eine Monarchie, die selbst nicht dem Recht unterworfen ist.

Jean Bodin Bodin war der Sohn eines Schneidermeisters und wurde erst Karmelitermönch, ab 1560 war er als Jurist in Paris tätig. 1571 nahm er eine Stelle im Dienst des Herzogs von Alençon an. Weil man ihn für einen Hugenotten hielt, kam es in der Bartholomäusnacht 1572 zu einem Mordanschlag auf Bodin, dem er nur knapp entging. Bei den Generalständen von Blois forderte er 1576 als Deputierter des Dritten Standes religiöse Toleranz. Von 1577 bis zu seinem Tod arbeitete er als Kronanwalt in Laon, wo er sich sicherer fühlte. Dort entging er zwar weiteren Anschlägen, nicht aber der Pest.

In seinem 1576 erschienen Hauptwerk Les six livres de la république übertrug Bodin den bisher nur aus der Theologie bekannten Begriff der "Souveränität" auf die Staatslehre. Nach Bodin steht der Herrscher als neutrale Macht über den Parteien und vereinigt die ganze Staatsgewalt in einer Hand. Dem Gesetz ist er selbst nicht unterworfen. Bodin fordert dafür vom Monarchen die Garantierung der Religionsfreiheit und der Sicherheit aller Untertanen. Damit wies Bodin einerseits den Weg zur Überwindung der religiösen Streitigkeiten in Frankreich, nahm aber andererseits auch den Absolutismus vorweg. Im Gegensatz zu Hobbes' schrankenloser Staatsgewalt ist der Monarch bei Bodin aber dem göttlichen resp. natürlichen Recht unterworfen, dessen Wahrung er als höchsten Zweck des Staates bezeichnete. Kommt der Monarch seinen Verpflichtungen nicht nach, sind Bürger und Beamte nach Bodin zum passiven Ungehorsam berechtigt. Wie später Montesquieu verglich auch Bodin verschiedene Staatsformen. Daneben befasste sich Bodin auch mit ökonomischen Fragen und konkretisierte seinen Toleranzbegriff in seiner religionsphilosophischen Spätschrift Colloquium heptaplomeres de rerum sublimium arcanis abditio. Bodin war ein überzeugter Befürworter der Hexenverfolgungen, die er vereinheitlichen und verschärfen wollte.

Literatur:   Jean Bodin, Über den Staat, Stuttgart 1976, Reclam UB 8348.
Internet:   Franz Martin Wimmer, Bodin und Daniels Weltreiche, Bodins Gedanken zu einem Text im Alten Testament.

 

BERÜHMTE ZITATE

Staat & Recht
«Darin zeigt sich ja gerade die Grösse und Majestät eines wirklich souveränen Herrschers, dass die Stände des ganzen Volkes, wenn sie versammelt sind und in aller Untertänigkeit dem Herrscher ihre Anträge und Bitten vortragen, keinerlei Befugnis zum Anordnen und Beschliessen, ja, nicht einmal eine beratende Stimme haben, sondern was der König nach seinem Gutdünken annimmt oder verwirft, befiehlt oder verbietet, gilt als Gesetz, Edikt, Befehl.»

Gedanken zur Zeit
«Die Kunst der Buchdruckerei allein könnte mit Leichtigkeit alle Erfindungen der Alten aufwiegen.»

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