Auf Wunsch seines Vaters fing Charles Robert Darwin 1825 in Edinburgh ein Medizinstudium an, das er aber
1827 abbrach. In Cambridge nahm er ein Theologiestudium auf, das er 1831 mit dem Bachelor abschloss.
Schon während dieser Zeit zeigte er ein ausgeprägtes Interesse an naturwissenschaftlichen,
besonders biologischen und geologischen Fragen. Auf Empfehlung seines Cambridger Botanikprofessors durfte
er 1831-36 mit dem Forschungsschiff "Beagle" an einer Expedition teilnehmen. Diese führte über
die Kapverdischen Inseln nach Südafrika, von dort über die Galápagosinseln und Tahiti
nach Neuseeland, schliesslich über Mauritius, Kapstadt und St. Helena zurück nach England.
Darwin schrieb später, auf den Galápagosinseln sei ihm der Grundgedanke seiner
Evolutionstheorie gekommen, als er die eigentümliche Vogelwelt beobachtete. Nach England
zurückgekehrt, lebte Darwin zunächst in Cambridge, ab 1842 dann auf seinem Landsitz Down House.
Dort schrieb er sein revolutionäres Werk On the origin of species by means of natural
selection, das erstmals 1859 erschien. Daneben arbeitete Darwin auch auf den Gebieten der Geologie,
der Botanik und der Insektenkunde.
Wallace postulierte 1858 vor einer naturwissenschaftlichen Gesellschaft eine Selektionstheorie als Ursache des Artenwandels. Darwin wurde daraufhin aufgefordert, seine eigene Lehre endlich zu veröffentlichen. Nach der Publikation des Werks Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl anerkannte Wallace die Priorität Darwins und setzte den Begriff des "Darwinismus" in die Welt. Darunter versteht man eine philosophische Strömung, die insbesondere von Spencer ausgearbeitet wurde.
In der Biologie wirkten Darwins Ideen umwälzend und regten eine Reihe von Untersuchungen an. In seinen späteren Werken bemühte sich Darwin, seine Evolutionslehre weiter abzustützen. Darwins Theorie hat weit über die Biologie hinaus beträchtlichten Einfluss ausgeübt. Der Sozialdarwinismus wandte den Grundsatz vom «survival of the fittest» auch auf Menschen und Völker an.
| Literatur: | Charles Darwin, Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl, Hamburg 2004, Nikol. |
| Internet: | Charles Darwin, The Origin of Species, englischer Originaltext. Biologenlexikon, Artikel Darwin, ausführliche Besprechung. C6 Magazin, Amerikaner glauben an Gott und nicht an Darwin, Artikel vom 21.10.04 |
Evolutionstheorie
«Nichts in der Geschichte des Lebens ist beständiger als der Wandel.»
«Die natürliche Auslese sorgt dafür, dass immer die Stärksten oder die am besten
Angepassten überleben.»
«Die Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und Unglück; sie werden
durch dieselben Gemütsbewegungen betroffen wie wir.»
Ende des Universums?
«Für jemand, der wie ich davon überzeugt ist, dass der Mensch in der fernen Zukunft weitaus perfekter ist als heute, ist die Vorstellung unerträglich, dass er und alle anderen empfindungsfähigen Wesen nach langwierigem Fortschritt zum Untergang verdammt sind.»
Kritik am Christentum
«Das Geheimnis des Anfangs aller Dinge ist für uns unlösbar; und ich für meinen
Teil muss mich bescheiden, ein Agnostiker zu bleiben.»
«Ich kann auch wirklich nicht einsehen, wie jemand wünschen kann, dass das Christentum wahr
wäre, denn wäre es das, so würde die klare Sprache des Textes erweisen, dass Menschen die
nicht Glauben, auf ewig bestraft würden, und das würde meinen Vater, meinen Bruder und beinahe
alle meine besten Freunde einschliessen. Eine abscheuliche Lehre!»
«Ich war aber in dieser Zeit allmählich dahin gekommen, einzusehen, dass dem Alten Testament -
mit seiner offensichtlich falschen Weltgeschichte, mit seinem babylonischen Turm, mit dem Regenbogen als
Zeichen usw. und seiner Art, Gott Gefühle eines rachedurstigen Tyrannen zuzuschreiben - nicht mehr
Glauben zu schenken sei als den heiligen Schriften der Hindus oder dem Glauben irgendeines
Wilden.»