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Last Update: 03.11.04
 

 
 

Demokrit (um 460-370 v. Chr.)

Der thrakische Philosoph Demokrit von Abdera gilt neben Leukipp als Begründer der Atomtheorie. Von seinem umfangreichen Werk existieren nur Fragmente. Nur die Schule des Epikur übernahm seine Atomlehre; erst im 19. Jahrhundert konnte sie durch die moderne Chemie bewiesen werden.

In Demokrits Vorstellung bestehen alle Dinge aus unsichtbaren und unzerstörbaren Materieteilchen, den a-tomos (griech. unteilbar), die sich ewig im endlosen leeren Raum bewegen. Dieser leere Raum existiert, ohne aus Atomen zu bestehen. Obwohl exakt aus dem gleichen Stoff bestehend, unterscheiden sich die Atome doch nach Grösse, Lage und Form. Ihre Eigenschaft, sich mit anderen Atomen zu verbinden, konstituiert die gegenständliche Welt. Die Eigenschaften der Gegenstände wiederum werden allein bestimmt vom Zusammenhalt der kleinsten Materieteilchen. Die Entstehung der Welt ist nach Demokrit dementsprechend eine Folge der unablässigen Bewegung der Atome im Raum. Dabei geht es aber sehr geordnet her, weshalb von Leukipp auch eine frühe Formulierung des Kausalitätsgesetz überliefert ist: «Nichts entsteht planlos, sondern aus Sinn und unter Notwendigkeit.»

Demokrits Psychologie ist eindeutig materialistisch: Die Seele besteht aus feinsten Teilchen, die im ganzen Körper verteilt sind. Die Auflösung des Körpers nach dem Tod führt somit auch zur Auflösung der Seele, da sie vom Körper getrennt nicht existieren kann, was wiederum ein Leben nach dem Tode unmöglich macht. Demokrit verfasste auch Schriften zur Ethik, in denen er Glückseligkeit durch «euestó» (Wohlbefinden der Seele) als höchstes Gut pries. Deshalb bekam er den Beinamen "der lachende Philosoph". Das Ziel menschlichen Strebens ist nach Demokrit die rechte Verfassung der Seele, die in Ausgeglichenheit und Ruhe besteht und durch Vernunft, Halten des Masses, Zurückhaltung im sinnlichen Genuss und der Hochschätzung geistlicher Güter erlangt wird. In einem Fragment schrieb er: «Der Geist soll sich gewöhnen, seine Freuden aus sich selbst zu schöpfen.»

Demokrits Ideen setzten sich in der Antike mangels Beweisen nicht durch, nur die Epikureer hielten daran fest. Bekanntlich hat aber die christliche Kirche diese Lehren verboten und so wurde das Interesse an Demokrits Lehre erst wieder im 18. Jahrhunderts durch die moderne Chemie geweckt, die schliesslich zentrale Bestandteile von Demokrits Atomtheorie experimentell bestätigen konnte.

Literatur:   Jaap Mansfeld, Die Vorsokratiker II (Griechisch/Deutsch), Stuttgart 1986, Reclam UB 7966.
Internet:   Jeremy Anderegg, Demokrit, schöne Übersichtsseite.

 

BERÜHMTE ZITATE

«Nur Eintracht lässt grosse Unternehmungen zustande kommen.»
«Ewiges Zögern lässt nie etwas zustande kommen.»
«Arbeit wird dadurch leichter, dass man sich an sie gewöhnt.»
«Es gibt Männer, welche die Beredsamkeit weiblicher Zungen übertreffen. Aber kein Mann übertrifft die die Beredsamkeit weiblicher Augen.»
«Kleine Wohltaten im rechten Augenblick können für den Empfänger sehr gross sein.»
«Die Geizigen sind den Bienen zu vergleichen: sie arbeiten, als ob sie ewig leben würden.»
«Das Glück ist verschwenderisch, aber unbeständig.»
«Das Glück wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde, das Glücksgefühl ist in der Seele zu Hause.»
«Ein Leben ohne Freude ist wie eine weite Reise ohne Gasthaus.»
«Weder vom Körper noch vom Geld hängt es ab, ob Menschen glücklich sind, sondern ob er mit sich zurecht kommt oder immer etwas anderes will.»
«Es werden mehr Menschen durch Übung tüchtig als durch ihre ursprüngliche Anlage.»
«Man soll sich vor Menschen nicht mehr schämen als vor sich selbst.»
«Fallen ist keine Schande, aber Liegenbleiben.»
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