Eichendorff wurde auf seinem Schloss in Oberschlesien katholisch erzogen. Bereits während seines
Jurastudiums in Halle, Heidelberg und Berlin (1805-1810) kam er mit Joseph von Görres, Adam von
Müller, Achim von Arnim, Heinrich von Kleist und
Brentano in Kontakt.
1810 übersiedelte er nach Wien, wo er Frau Louise von Larisch heiratete und sich dem Kreis um
Friedrich von Schlegel anschloss. Zu dieser Zeit entstand der autobiographische, 1815 von de la Motte
Fouqué herausgegebene Roman Ahnung und Gegenwart, in dem bereits zahlreiche Motive seines
Werkes (die Reise, der geheimnisvolle Wald, die melancholische Sehnsucht nach dem Verlorenen etc.)
anklingen. 1813 bis 1815 nahm er an den deutschen Befreiungskriegen gegen das Napoleonische Regime teil.
Danach schlug Eichendorff eine preussische Beamtenlaufbahn ein; 1831 wurde er ins Berliner
Kultusministerium befördert, wo er 1844 ohne Ordenverleihung pensioniert wurde. Während dieser
Zeit erschienen die zeitkritisch akzentuierten Novellen Das Marmorbild (1819) und Schloss
Dürande (1836) über die Wirren der Französischen Revolution. Demgegenüber liegt
Eichendorffs berühmtester, u.a. von Thomas Mann hochgelobter Novelle Aus dem
Leben eines Taugenichts (1826) eine dezidiert eskapistische Tendenz zugrunde: So flieht der
Protagonist, ein Troubadourkünstler, vor der Enge einer bürgerlichen Welt gen Italien. In dem
bewusst naiv erzählten, in der Tradition des romantischen Kunstmärchens stehenden
Taugenichts liess Eichendorff einige seiner populärsten, am Volkslied orientierten Gedichte
einfliessen (Wem Gott will rechte Gunst erweisen, Wenn ich ein Vöglein wär etc.),
die in seine 1837 herausgegebene grosse Lyriksammlung aufgenommen wurden.
Eichendorffs spätere vom Katholizismus durchdrungene Arbeiten wie die Versepen Julian
(1853) und Robert und Guiscard (1855) reichen an die Qualität dieser Dichtungen nicht
mehr heran. 1855 liess sich Eichendorff in Neisse nieder. Seine Gedichte wurden später u.a. von
Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, Hugo Wolf und Richard Strauss vertont.
![]()
Eines Abend begegnet er zwei abenteuerlich aussehenden Reitern, die sich jedoch als zwei Maler, Leonhard und Guido, entpuppen. Er schliesst sich ihnen an, und es geht im Postwagen Italien zu. In der Lombardei trennen sich die beiden heimlich von ihm, lassen ihm aber einen grossen Beutel mit Geld zurück, und der Postwagen bringt ihn schliesslich in ein Schloss, wo alles zu seiner Aufnahme vorbereitet ist und man ihn herrlich verpflegt. Alle seine Fragen nach dem Wie und Warum lässt man unbeantwortet. Eines Tages wird ihm ein mit "Aurelie" unterzeichneter Brief ausgehändigt des Inhalts, es seien alle Hindernisse beseitigt, er solle zurückkehren, sie könne kaum mehr ohne ihn leben. Da er seine "liebe gnädige Frau" für die Absenderin hält, flieht er nachts unter abenteuerlichen Umständen aus dem Schlosse und gelangt nach Rom. Durch einen deutschen Maler erfährt er, dass die Gräfin hier lebe, und er trifft auch ihre ihm bekannte Kammerjungfer, die ihm mitteilt, wo er sie finden könne. Als er sich in ihrem Garten einstellt, ist es aber eine ganz andere, und er erfährt nur, dass seine Angebetete längst wieder in Deutschland sei. Wie vor den Kopf geschlagen beschliesst er er, "dem falschen Italien auf ewig den Rücken zu kehren und wandert noch zur selbigen Stunde zum Tore hinaus."
Auf dem Rückweg lernt er drei Musikanten, Prager Studenten, kennen. Gemeinsam fahren sie die Donau abwärts nach dem Schloss der schönen Gräfin. Im Schlosspark trifft unser Taugenichts auf den Maler Leonhard, auf die alte Gräfin und eine junge Dame, Flora, die sich damals, wie er jetzt erfährt, als Maler Guido verkleidet hatte. Man erlaubt sich allerlei Spässe mit dem Taugenichts und macht ihm klar, dass er in einem Roman mitgespielt habe. Leonhard in Wirklichkeit ein benachbarter Graf hatte Flora aus einer Pensionatsanstalt nach Italien entführt, sie wurden verfolgt, und er wollte sie auf einem seiner Schlösser verbergen, nahm aber dann davon Abstand, und der Taugenichts spielte dort, ohne es zu ahnen, Floras Rolle. Der Brief, den er erhielt, war für Flora bestimmt gewesen. In einem abgelegenen Häuschen des Gartens kommt es nun zu einem Zusammentreffen mit seiner "lieben gnädigen Frau"; sie umfangen sich, und es klärt sich alles auf: Leonhard heiratet Flora, die Tochter der alten Gräfin; die "liebe gnädige Frau" ist aber gar keine Gräfin, sondern ein Waisenkind, das einst von der Gräfin als Pflegetochter angenommen worden ist. So steht ihrer Heirat mit dem Taugenichts nichts im Wege.
MondnachtEs war, als hätt der Himmel
Die Luft ging durch die Felder, Und meine Seele spannte AbendGestürzt sind die goldenen Brücken, Von üppig blühenden Schmerzen Die Felsen möchte ich packen Da kommt der Frühling gegangen Und über mir Lerchenlieder Da fühl ich ein tiefes Entzücken, Der Abend streut rosige Flocken, |
WünschelruteSchläft ein Lied in
allen Dingen,
Die zwei GesellenEs zogen zwei rüstige Gesellen Die strebten nach hohen Dingen, Der erste, der fand ein Liebchen, Dem zweiten sangen und logen Und wie er auftaucht vom Schlunde, Es singen und klingen die Wellen |