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Last Update: 28.01.05
 

 
 

Albert Einstein (1879-1955)

Der Physiker Albert Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm geboren und starb am 18. April 1955 in Princeton. Er entwickelte die Relativitätstheorie, welche die Physik revolutionierte. Mit einem Brief an den US-Präsident gab er den Anstoss zum Bau der ersten Atombombe.

Albert Einstein Albert Einstein wuchs in München auf und zog 1894 in die Schweiz, wo er an der ETH Zürich studierte und 1901 eingebürgert wurde. Nach dem Studium arbeitete er 1902-1909 als technischer Experte am Eigenössischen Patentamt und wohnte zusammen mit seiner Frau Mileva und Söhnchen Hans Albert an der Kramgasse in Bern. Zwar konnte er an der Universität Bern eine Vorlesung halten, doch diese erfreute sich nicht gerade grosser Beliebtheit, so dass er zwei Freunde und den Studenten, dem er Nachhilfeunterricht gab, dazu verpflichten musste, um überhaupt das Minimum von drei Hörern zu erreichen. Vielleicht hätte die Sache anders ausgesehen, wenn die Vorlesung nicht ausgerechnet um sieben Uhr morgens gewesen wäre. Nach den fünf wichtigen Veröffentlichungen von 1905 wuchs Einsteins Bekanntheitsgrad. Er wurde als Professor an die Universität Zürich und die ETH gerufen und 1911 von Prag abgeworben. Ab 1914 war er Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik in Berlin, wo er als Wissenschaftsorganisator nicht die beste Figur machte. Er konnte mit seinen Kollegen nicht zusammenarbeiten, sondern bevorzugte die Diskussion mit seinen Freunden, die aber nicht gleichwertige Gesprächspartner waren. Der wichtigste Mitarbeiter in Berlin war Arthur Mayer, den er regelrecht als "Rechenknecht" benutzte. Einstein konnte Mayer ein halbes Jahr hart an einer Idee herumrechnen lassen, um dann eines Tages zu kommen und zu sagen: «Vergiss es, ich habe eine neue Idee.» Nach Hitlers Machtübernahme verliess Einstein 1933 Deutschland. Er emigrierte in die USA, wo er in Princeton arbeitete. 1940 wurde er US-Bürger. Obwohl lebenslang überzeugt vom Pazifismus, hatte er aus Furcht vor einer deutschen Aggression in einem Brief an Präsident Roosevelt am 2. August 1939 den Bau einer Atombombe vorgeschlagen. Nach dem Zweiten Weltkrieg warnte er vor den Gefahren der Aufrüstung und setzte sich für eine Weltregierung ein.

Aufgrund seiner Arbeiten wurde Einstein zum bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts. Im von Einstein selbst als revolutionär bezeichnete Aufsatz Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt postulierte er 1905, dass Licht sowohl Welle als auch Teilchen ist. Die Lichtquantenhypothese begründete, sozusagen als Nebenprodukt, die gesamte Lasertechnik, die aus unserem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Noch im gleichen Jahr veröffentlichte Einstein auch die spezielle Relativitätstheorie, 1916 folgte die allgemeine Relativitätstheorie. Diese Arbeiten revolutionierten die Anschauungen über die Struktur des physikalischen Raums grundlegend. Durch eine britische Sonnenfinsternisexpedition konnte 1919 eine Vorhersage der Theorie empirisch überprüft werden; die von Einstein berechnete Lichtablenkung erwies sich als korrekt. Den Physik-Nobelpreis von 1921 erhielt er aber für seine Beiträge zur Quantentheorie, insbesondere für die Deutung des äusseren Photoeffekts. Einstein trug viel zur Entstehung der Quantenmechanik bei und gab 1917 in seiner statistischen Herleitung des planckschen Strahlungsgesetzes richtungweisende Gedanken für ihre Interpretation. Borns statistische Interpretation wollte er aber nicht akzeptierten. Aufgrund seiner Überzeugung «Gott würfelt nicht.» versuchte er, diese Theorie zu falsizieren, was ihm nicht gelang.

Mit Einsteins Renomee kann sich kaum ein anderer Physiker messen. Das berühmte Bild mit der herausgestreckten Zunge und andere originelle Einfälle machten ihn in gewissen Kreisen zu einer Popikone. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg wurde seine Theorie so interpretiert, dass er ein neues Weltbild entwickelt und Newton vom Sockel gestossen habe. Die Formel E=mc² ist sehr bekannt, obwohl es immer noch Diskussionen gibt, ob die Relativitätstheorie weltweit von nur 2 oder vielleicht doch 3 Menschen wirklich verstanden wird.

Literatur:   Albert Einstein, Mein Weltbild, Berlin 2004, Philo.
Albert Einstein, Frieden, Köln 2004, Glb Parkland.
Sigmund Freud & Albert Einstein, Warum Krieg?, Zürich 1996, Diogenes.
Internet:   Hans-Josef Küpper, Einstein im WWW, ausführliche Vita.
Forum Einstein 2005 Bern, Das Berner Albert Einstein Jubiläum, Seite zum 100. Geburtstag der Relativitätstheorie.

 

BERÜHMTE ZITATE

Wissenschaft, Philosophie und Religion
«Wissenschaft ist eine wunderbare Sache, wenn man nicht davon leben muss.»
«Mathematik ist die perfekte Methode, sich selbst an der Nase herumzuführen.»
«Es scheint hart, dem Herrgott in seine Karten zu gucken. Aber dass er würfelt und sich "telepathischer" Mittel bedient, wie es ihm von der gegenwärtigen Quantentheorie zugemutet wird, kann ich keinen Augenblick glauben. Je mehr man den Quanten nachjagt, desto besser verbergen sie sich.»
«Körper und Seele sind nicht zwei verschiedene Dinge, sondern nur zwei Arten, dasselbe Ding wahrzunehmen. Entsprechend sind Physik und Psychologie nur zwei verschiedenartige Versuche, unsere Erlebnisse auf dem Weg systematischen Denkens miteinander zu verknüpfen.»
«Welches ist der Sinn des Lebens, welches der Sinn des Lebens aller Lebewesen überhaupt? Eine Antwort auf diese Frage wissen, heisst religiös sein. Wer sein eigenes Leben und das seiner Mitmenschen als sinnlos empfindet, der ist nicht nur unglücklich, sondern auch kaum lebensfähig. Nach dem Sinn und Zweck des eigenen Daseins sowie des Daseins der Geschöpfe überhaupt zu fragen, ist mir von einem objektiven Standpunkt aus, stets sinnlos erschienen.»
«Wenn man das Judentum der Propheten und das Christentum, wie es Jesus Christus gelehrt hat, von allen Zutaten der Späteren, insbesondere der Priester loslöst, so bleibt eine Lehre übrig, die die Menschheit von allen sozialen Krankheiten zu heilen im Stande wäre.»

Menschliches, Allzumenschliches
«Es ist leichter, ein Atom zu zertrümmern, als ein Vorurteil.»
«Nur zwei Dinge sind unendlich, das Weltall und die menschliche Dummheit. Beim Weltall bin ich mir aber nicht ganz sicher.»
«Sich zu verlieben ist gar nicht das Dümmste, was der Mensch tut - die Gravitation kann aber nicht dafür verantwortlich gemacht werden.»
«Ich behandle meine Frau wie eine Angestellte, der man nicht kündigen kann. Ich bin der triumphierende Überlebende über die Nazis und zwei Ehefrauen.»
«Das Geld zieht nur den Eigennutz an und verführt stets unwiderstehlich zum Missbrauch. Kann sich jemand Moses, Jesus oder Gandhi bewaffnet mit Carnegies Geldsack vorstellen?»

Politik
«Politik ist durch beständig verjüngte Illusion beseeltes Pendeln zwischen Anarchie und Tyrannei.»
«Ich weiss nicht mit welchen Waffen der 3. Weltkrieg geführt werden wird, aber der 4. Welkrieg wird mit Knüppeln und Steinen geführt werden.»
«Mein politisches Ideal ist das demokratische. Jeder soll als Person respektiert und keiner vergöttert sein. Eine Ironie des Schicksals, dass die anderen Menschen mir selbst viel zuviel Bewunderung und Verehrung entgegengebracht haben, ohne meine Schuld und ohne mein Verdienst. Ein autokratisches System des Zwanges degeneriert nach meiner Überzeugung in kurzer Zeit. Denn Gewalt zieht stets Minderwertige an, und es ist nach meiner Überzeugung Gesetz, dass geniale Tyrannen Schurken als Nachfolger haben.»
«Solange mir die Möglichkeit offen steht, werde ich mich nur in einem Land aufhalten, in dem politische Freiheit, Toleranz und Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz herrschen. Zur politischen Freiheit gehört die Freiheit der mündlichen und schriftlichen Äusserung politischer Überzeugung, zur Toleranz die Achtung vor jeglicher Überzeugung eines Individuums.»
«Nach meiner Überzeugung ist der gewaltsame Weg der Militärdienstverweigerung der beste, gestützt durch Organisationen, welche den mutigen Kriegsdienstverweigerern in den einzelnen Ländern materiell und moralisch beistehen. Der Staat soll unser Diener sein, nicht wir Sklaven des Staates. das Gebot verletzt der Staat, wenn wenn er uns mit Gewalt dazu zwingt, Militär- und Kriegsdienst zu leisten, zumal dieser knechtische Dienst zum Ziel und zur Wirkung hat, Menschen anderer Länder zu vernichten oder in ihrer Entwicklungsfreiheit zu schädigen.»
«Meine Beteiligung bei der Erzeugung der Atombombe bestand in einer einzigen Handlung: ich unterzeichnete einen Brief an Präsident Roosevelt, in dem die Notwendigkeit betont wurde, Experimente im grossen anzustellen zur Untersuchung der Möglichkeit der Herstellung einer Atombombe. Ich war mir der furchtbaren Gefahr wohl bewusst, die das Gelingen dieses Unternehmens für die Menschheit bedeutete. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Deutschen am selben Problem mit Aussicht auf Erfolg arbeiten dürften, hat mich zu diesem Schritt gezwungen. Es blieb mir nichts anderes übrig, obwohl ich stets ein überzeugter Pazifist gewesen bin. Töten im Krieg ist nach meiner Auffassung um nichts besser als gewöhnlicher Mord.»
«Gandhi, der grösste politische Genius unserer Zeit, hat den Weg gewiesen und gezeigt, welcher Opfer Menschen fähig sind, wenn sie den richtigen Weg erkannt haben. Sein Befreiungswerk für Indien ist ein lebendiges Zeugnis dafür, dass der von fester Überzeugung beherrschte Wille stärker ist als die scheinbar unüberwindliche materielle Macht.»

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