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Last Update: 28.01.05
 

 
 

Galilei Galileo (1564-1642)

Der italienische Mathematiker, Physiker und Philosoph Galilei Galileo wurde am 15. Februar 1564 in Pisa geboren und starb am 8. Januar 1642 in Arcetri bei Florenz. Nach vielfältigen astronomischen Beobachtungen kam er zum Schluss, dass das Weltbild Kopernikus' demjenigen Ptolemäus' überlegen ist. Das brachte Galilei in Konflikt mit der katholischen Kirche, die ihn verurteilte.

Galilei Galileo Galileo studierte in Florenz, wo er die Schriften Archimedes' kennenlernte. Nachdem er eine hydrostatische Waage gebaut hatte, wurde er 1589 zum Professor für Mathematik in seiner Heimatstadt Pisa berufen. Die Legende erzählt, er habe am Schiefen Turm Fallversuche durchgeführt, um seine Theorie zu überprüfen. Weil er dort besser bezahlt wurde, wechselte er 1592 an die Universität von Padua. Er richtete sich eine feinmechanische Werkstatt ein, erfand einige Hilfsmittel und entwickelte seine Fallgesetze. Galilei baute das in Holland erfundene Fernrohr nach und unternahm astronomische Beobachtungen, die ihn zur Entdeckungung der vier grössten Jupitermonde, den Saturnringen und den Venusphasen führten. Seine Beobachtungen veröffentlichte er 1610 in Sidereus nuncius. Weil sich seine Entdeckungen mit dem herkömmlichen Weltsystem nicht in Übereinstimmung bringen liesse, bekannte sich Galilei 1610, inzwischen Hofmathematiker des Grossherzogs von Florenz, zum heliozentrischen Weltbild des Kopernikus. Er forderte eine Neuinterpretation der Heiligen Schrift in Bezug auf ihre Widersprüche mit den Ergebnissen der Naturwissenschaften, was zu einem Konflikt mit der katholischen Kirche führte. Diese verbot 1616 seine Lehre. Galilei nahm dies zum Anlass, die aristotelisch-scholastische Physik zu widerlegen. Als ein neuer Papst gewählt wurde, der ihm als Kardinal wohlgesinnt war, widmete Galilei diesem seine geistvolle Abhandlung Saggiatore. Der Dialogo sopra i due massimi sistemi über das ptolemäische und das kopernikanische Weltbild wurde 1632 kurz nach seiner Veröffentlichung auf kirchlichen Befehl verbrannt. Die Kirche liess Galilei anklagen und machte ihm den Prozess, der mit seiner Verurteilung am 22. Juni 1633 endete. Zwar musste Galilei seiner Überzeugung abschwören, doch soll er gemurmelt haben: «Und sie bewegt sich doch.» Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, die 1637 nach seiner fast vollständigen Erblindung in Hausarrest umgewandelt wurde. Schliesslich schrieb er noch sein Hauptwerk Discorsi e dimostrazioni matematiche über die Mechanik und die Fallgesetze. Erst 1992 wurde Galilei von Johannes Paul II. im Namen der katholischen Kirche vollständig rehabilitiert.

Galileis Hauptverdienst liegt in einer neuen Auffassung von den Naturwissenschaften, die durch Experimente die empirische Überprüfung ihrer Theorien anstreben sollen. Galilei verstand sich selbst nicht als Ketzer, sondern war überzeugt, die Menschen könnten durch die Naturwissenschaften Einblick in den göttlichen Schöpfungsplan erlangen. Zusammen mit Bacon und Descartes gilt Galilei als Begründer des neuen rationalen Zeitalters der Wissenschaft. In seinen auch literarisch wertvollen Werken bediente er sich der italienischen Volkssprache ohne jeden barocken Schwulst. Er schrieb in der Dialogform, um seine Gedanken allgemein verständlich zu machen. Brecht widmete Galileis Konflikt mit der Kirche ein episches Drama.

Literatur:   Galilei Galileo, Sidereus Nuncius (Nachricht von neuen Sternen), Frankfurt am Main 2002, Suhrkamp.
Galilei Galileo, Unterredungen und mathematische Demonstrationen über zwei neue Wissenszweige..., Frankfurt am Main 2004, Harri.

 

BERÜHMTE ZITATE

Philosophie
«Zwei Wahrheiten können sich nie wiedersprechen.»
«Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst werden will.»
«Wer will der Verstandeskraft und der Erfindungsgabe des Menschen Grenzen vorschreiben?»
«Man kann den Menschen nichts beibringen. Man kann ihnen nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.»

Mathematik & Natur
«Das Buch der Natur ist mit mathematischen Symbolen geschrieben.»
«Die Mathematik ist das Alphabet, mit dem Gott die Welt geschrieben hat.»
«Wer die Geometrie begreift, vermag in dieser Welt alles zu verstehen.»
«Miss alles, was sich messen lässt, und mach alles messbar, was sich nicht messen lässt.»
«Die Natur ist unerbittlich und unveränderlich, und es ist ihr gleichgültig, ob die verborgenen Gründe und Arten ihres Handelns dem Menschen verständlich sind oder nicht.»

Erde
«Und sie bewegt sich doch.»

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