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Last Update: 18.12.04
 

 
 

Victor Hugo (1802-1885)

Victor Marie Hugo wurde am 26. Februar 1802 in Besançon geboren und starb am 22. Mai 1885 in Paris. Mit seinem umfangreichen Werk gilt der französische Dichter, Romancier und Dramatiker als zentrale Figur der französischen Hochromantik.

Hugo Hugo wandte sich schon in seiner Jugend der Literatur zu und erhielt 1817 von der Académie française eine Auszeichnung für eines seiner Gedichte. Fünf Jahre später veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband, Odes et poésies diverses, dem die Romane Han d'Islande (1823) und Die schwarze Fahne (1824) folgten. Zu jener Zeit schloss sich Hugo dem Literatenzirkel ("Le Cénacle") um Charles Nodier an und gehörte zu den Mitbegründern der Zeitschrift Le Conservateur Littéraire. Im programmatischen Vorwort seines Historiendramas Cromwell (1827) brach Hugo mit den strengen Stilgesetzen des klassischen Theaters. Hugos zweites Theaterstück, das dem Leben der berühmten Kurtisane Marion de Lorme (1829) gewidmet ist, wurde aufgrund der ins Lächerliche gezogenen Darstellung Ludwigs XIII. von der Zensur verboten. Hugos Antwort auf dieses Verbot war sein in nur einem Monat niedergeschriebenes Versdrama Hernani, das am 25. Februar 1830 eine tumulthafte Premiere hatte: Im Zuschauerraum entspann sich ein lautstarker Streit zwischen dem konservativen Publikum und den anwesenden romantischen Dichtern unter Führung von Théophile Gautier, der als "bataille d'Hernani" in die Literaturgeschichte einging. Hugos Stück, das am spanischen Königshof zur Zeit Karls V. spielt, galt fortan als Prototyp des romantischen Dramas und regte Giuseppe Verdi zu seiner Oper Ernani (1844) an. Das 1832 erschienene Drama Le roi s'amuse um den Renaissanceherrscher Franz I. von Frankreich war die Vorlage für die Oper Rigoletto (1851), die ebenfalls Verdis Feder entsprang. Hugos erzählerisches Werk stand im Zeichen des historischen Romans in der Nachfolge Sir Walter Scotts. Sein Meisterwerk in diesem Genre legte er mit Notre Dame de Paris (1831-1833, besser bekannt als Der Glöckner von Notre Dame) vor: Die farbige Geschichte aus dem Paris des 15. Jahrhunderts bot mit ihrem ins Pittoreske verklärten Mittelalterbild und einer phantastisch-nächtlichen Atmosphäre alle charakteristischen Züge der romantischen Erzählweise auf. Dieser Roman begründete endgültig Hugos Ruhm und führte 1841 zur Aufnahme in die Académie française. In seiner Lyrik erwies sich Hugo als Meister einer suggestiven Bildsprache, die noch auf folgende Generationen französischer Dichter gewirkt hat, u.a. auf die Schule der "Parnassiens". Hugos Enttäuschung über die misslungene Prèmiere von Les burggraves wurde 1843 durch den Tod seiner ältesten Tochter und seines Schwiegersohnes überschattet. In Erinnerung an sie schrieb Hugo das Gedicht Demain dès l'aube.

In der zweiten Lebenshälfte nahm Hugo aktiv am politischen Leben teil. Er entstammte einem bonapartistischen Elternhaus und sympathisierte als junger Mann mit den Royalisten. 1845 erhob ihn König Louis Philippe in den Adelsstand, doch während der Revolution von 1848 war Hugo auf seiten der Republikaner und zog als bonapartistischer Abgeordneter ins Parlament ein. Seine politische Laufbahn fand 1851 nach dem erfolglosen Staatsstreich gegen Präsident Louis Napoleon, dem späteren Kaiser Napoleon III., ein jähes Ende. Hugo floh zunächst nach Belgien und lebte bis 1870 im Exil auf der Insel Guernsey, wo er u.a. Napoléon le petit, eine bissige Satire auf Napoleon III. schrieb. Auf Guernsey beendete Hugo auch sein umfangreichstes und berühmtestes Werk, den fünfteiligen Roman Les misérables (1862). In diesem breit angelegten Porträt der unteren Klassen im damaligen Frankreich durchbricht Hugo den Erzählfluss immer wieder durch lange Abschweifungen, die historische Ereignisse wie die Schlacht bei Waterloo rekapitulieren oder geschichts- und sozialphilosophischen Betrachtungen dienen. Dabei nahm er auch Einflüsse moderner literarischer Strömungen auf, da er sich u.a. mit George Sands und Balzacs Werk auseinandergesetzt hatte. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg, der mit Frankreichs Niederlage und Napoleons III. Abdankung endete, konnte Hugo nach Frankreich zurückkehren, wo er 1885 verstarb. Der Prix Victor Hugo ist heute einer der renommiertesten französischen Literaturpreise.

 

NOTRE-DAME DE PARIS - Roman 1833

Mit ausgelassenem Treiben begeht das niedere Volk von Paris den heiligen Dreikönigstag des Jahres 1482 und wählt den missgestalteten Quasimodo zum "Narrenpapst". Dieser ist als Findelkind vom Archidiakon Claude Frollo aufgezogen und schliesslich als Glöckner von Notre-Dame eingesetzt worden. Beim Volk gilt er als böser Geist. Auf den Wink gehorcht er seinem Ziehvater, den er auch vor dem Pöbel schützt, als Frollo dem Mummenschanz ein Ende macht. Von der Welt abgeschnitten, sehnt sich der Glöckner nach dem bunten Treiben ausserhalb der Kathedrale. Als er den Schritt wagt, wird er sogleich am Pranger gedemütigt; nur die schöne Esmeralda hat Mitleid mit dem gequälten Geschöpf. Obwohl der Archidiakon den Ruf grosser Gelehrsamkeit geniesst, verliert er nach der ersten Begegnung mit dieser jungen und schönen Zigeunerin seine innere Ruhe. In Leidenschaft entbrannt, versucht er vergeblich, ihrer habhaft zu werden, und eifersüchtig beobachtet er ihre Liebe zu Phoebus, dem liederlichen Hauptmann der königlichen Bogenschützen, den er bei einem Rendezvous mit Esmeralda erdolcht. Während er entkommt, wird das Mädchen der Hexerei angeklagt und zum Tod durch den Strang verurteilt. Der Hinrichtung entgeht sie eine Zeitlang, weil Quasimodo sie als Dankbarkeit für ihre frühere gute Tat in der Kathedrale in Sicherheit bringt und dort auch vor den Nachstellungen Frollos schützt. Mehrfach verspricht der Priester dem Mädchen die Rettung vor dem Tode, wenn sie ihn erhöre. Sie weist ihn jedoch voll Abscheu ab und wird von ihm schliesslich dem Henker überantwortet. Höhnisch lachend verfolgt Frollo vom Turm von Notre-Dame das Schauspiel ihrer Hinrichtung. Dann wird er von Quasimodo in die Tiefe gestürzt. Gerade der hässliche Glöckner, der seinem Leben an der Leiche des Mädchens ein Ende setzt, trägt die menschlich edelsten Züge in diesem düsteren Bild des ausgehenden Mittelalters.

Die Geschichte um den Glöckner von Notre Dame, Quasimodo, und seine Liebe zur Zigeunerin Esmeralda kennt wohl jeder, nicht zuletzt wegen dem Disney-Zeichentrickfilm. Bei diesem Werk von Hugo dürfte es sich um den wichtigsten historischen Roman der Romantik handeln. Das Kolorit des späten Mittelalters wird in der Schilderung von Massenszenen und in der von einzelnen Lebensbereichen, aber auch in der Zeichnung historischer Persönlichkeiten wie des dämonischen Ludwig XI. lebendig. Hugo gelingt es, den Leser in eine andere Zeit zu entführen, die er möglichst umfassend darzustellen versucht.

 

DEMAIN DÈS L'AUBE - Poème 1847

Demain, dès l'aube, à l'heure où blanchit la campagne,
Je partirai. Vois-tu, je sais que tu m'attends.
J'irai par la forêt, j'irai par la montagne.
Je ne puis demeurer loin de toi plus longtemps.
 
Je marcherai les yeux fixés sur mes pensées,
Sans rien voir au dehors, sans entendre aucun bruit,
Seul, inconnu, le dos courbé, les mains croisées,
Triste, et le jour pour moi sera comme la nuit.
 
Je ne regarderai ni l'or du soir qui tombe,
Ni les voiles au loin descendant vers Harfleur,
Et quand j'arriverai, je mettrai sur ta tombe
Un bouquet de houx vert et de bruyère en fleur.

Forme

rimes croisés:   A B A B
3 x 4 strophes d'alexandrins, parfois accentés différemment (1  4:8 / 2  4:2:6 / 5,7  4:4:4) Troisième strophe: seulement rimes masculins!

Contenu

Même la mort peut faire espérance. La fille de Victor Hugo est meurt lorsqu'un accident de bâteau il y a quatre ans. Le poème fait l'air de parler avec elle par l'utilisation de "TOI". Hugo l'assure qu'il ne la oubliera pas.
tombe: MORT // fleur: VIE // l' ESPOIR
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