Nikolaus Copernicus (Nicolaus Koppernigk oder Mikolaj Kopernik) wurde nach dem frühen Tod seines Vaters im Alter von 10 Jahren von seinem Onkel, dem Bischof Watzenrode gefördert. Der ermöglichte ihm ein Studium in Krakau, das Kopernikus 1491 antrat. Von 1496-1503 reiste Kopernikus durch Italien und besuchte u.a. in Bologna und Padua medizinische und rechtswissenschaftliche Vorlesungen. 1503 promovierte Kopernikus an der Universität von Ferrara in Jurisprudenz. Zurück in seiner Heimat wurde Kopernikus Leibarzt und Sekretär seines Onkels. Nach dessen Tod wurde er 1510 Domherr in Frauenburg und praktizierte daneben als Arzt. Seine mathematischen und astronomischen Studien unternahm er als Privatmann.
Auf der Italienreise begann Kopernikus sich intensiv mit Astronomie zu beschäftigen, las klassische Werke und machte 1497 eine erste Entdeckung. Er stellte fest, dass das geozentrische Weltbild Ptolemäus' mit den Beobachtungsdaten nicht übereinstimmte. Sein heliozentrisches Weltsystem machte er 1514 mit der Kurzschrift Commentariolus einigen kirchlichen Würdenträgern bekannt. Die Hauptaussagen waren, dass die Sonne der Mittelpunkt der Planetenbahnen sei und auch die Erde um diese kreise, sich täglich um ihre Achse drehe und ihrerseits vom Mond umkreist werde. Kopernikus hielt sein Hauptwerk De revolutionibus orbium clestium libri VI jahrelang unter Verschluss; es wurde erst in seinem Todesjahr 1543 in Nürnberg veröffentlicht.
Da Kopernikus an Aristoteles' Vorstellung festhielt, die Planetenbahnen müssten kreisförmig sein, lieferte das System auch nicht bessere Voraussagen. Deshalb lehnte es der Prager Hofastronom Brahe ab. Dessen Nachfolger Kepler aber ersetzte die Kreis- durch Ellipsenbahnen und verhalf damit dem heliozentrischen Weltbild zum Durchbruch. Ursprünglich gab es keinen Konflikt mit der Kirche, Kopernikus' Werke wurden erst 1616 im Zuge der Auseinandersetzung mit Galilei von der katholischen Kirche verboten. Doch auch Luther und mehr noch dessen Nachfolger Melanchthon lehnten Kopernikus ab.
| Literatur: | Nikolaus Kopernikus, Das neue Weltbild, Hamburg 1996, Meiner. |
Wissenschaft vs. Glaube
«Wer sollte nicht durch die stete Beobachtung und den sinnenden Umgang mit der von der göttlichen Weisheit geleiteten herrlichen Ordnung des Weltgebäudes zur Bewunderung des allwirkenden Baumeisters geführt werden!»