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© 2004 by Raffi.
Last Update: 13.10.04
 

 
 

Mani Matter (1936-1972)

Mani Matter wurde am 4. August 1936 in Bern geboren und verunfallte am 24. November 1972 auf der Hinfahrt zu einem Konzert in Rapperswil tödlich. Seine Chansons verbanden seinen grenzenlosen Witz mit durchaus politisch und sozial anmutenden Forderungen. Sie werden heute noch oft gesungen resp. von Schweizer Bands gecovert.

Mani Matter in typischer Pose Hans Peter Matter wuchs in Bern auf, wo er die Schule besuchte und später an der Universität Rechtswissenschaft studierte. Im Alter von siebzehn Jahren begann er erste berndeutsche Chansons zu schreiben und zur Gitarre zu singen. Er trat damit am Radio und in zahlreichen Kleintheatern der Schweiz auf. Hauptberuflich war er Rechtskonsulent des Gemeinderates der Stadt Bern; er gab diesen Beruf auch nicht auf, als er von der Musik alleine wohl hätte leben können. Möglicherweise in einem Anfall von Gedankenlosigkeit, laut seinen Freunden Fritz Widmer und Franz Hohler vielleicht sogar von Depression, ist Mani Matter am 24. November 1972 auf der Hinfahrt zu einem Konzert in Rapperswil im Schneetreiben mit einem Lastwagen kollidiert und sofort gestorben.

Auf dieser Seite finden sich die Texte der folgenden Songs: alls wo mir id finger chunnt, arabisch, bim coiffeur, dene wos guet geit, dialog im strandbad, d nase, dr alpeflug, dr parkingmeter, dr wecker, ds heidi, ds nüünitram, dynamit, hemmige, hie ir schwyz, i han es zündhölzli azündt, mir hei e verein, si hei der willhelm täll ufgfüehrt, us emene lääre gygechaschte und warum syt dir so truurig?, die zu Matters bekanntesten Chansons zählen. Seit seinem Tod hat ihn vor allem die Berner Mundartrockszene Ende der 80er Jahre wiederentdeckt. Zu seinem 20. Todestag erschien 1992 die CD MATTER-ROCK mit Coverversionen seiner bekanntesten Songs. Zu seinem 30. Todestag kam 2002 der Film Warum syt dir so truurig? in die Schweizer Kinos.

 

WARUM SYT DIR SO TRUURIG?


1. alls wo mir id finger chunnt

am tag won i uf d'wält bi cho, si hei mers speter gseit
da het my mueter grad deheim es suppegschir verheit
und sider ischs mys herte los bis a mys läbesänd
alls wo mir id finger chunnt verbricht mer i de händ

i cha mer müe gäh wi i wott, es nützt mer alles nüt
was geschter no isch ganz gsy isch i tuusig bitze hütt
die schärbehüüfe won i hinderla, die rede bänd
alls wo mir id finger chunnt verbricht mer i de händ

i han emal es meitschi gchennt, s'isch truurig aber wahr
es meitschi ganz us porzelan mit rabeschwarze haar
uf einisch isch es zue mer cho, het gseit: jitz isch es z'änd
alls wo mir id finger chunnt verbricht mer i de händ

und won i's du zum letschten abschid a mys härz ha trückt
da han i's z'fescht umarmet und vor liebi grad erstickt
i has nid äxtra gmacht, dir chöit mers gloube, sackermänt
alls wo mir id finger chunnt verbricht mer i de händ

si hei mi vor e richter gstellt und hei mi geschter ghänkt
und won i scho bi ghanget, da uf ds mal, wär hätt das tänkt
da het dr strick la gah im allerletschtischte momänt
alls wo mir id finger chunnt verbricht mer i de händ

und sider blyben i vagant und mache lieber nüt
dir wärdet das begryffe, drum syt güetig, liebi lüt
und gryffet ou i ds portmonee und gäht e mildi spänd
alls wo mir id finger chunnt verbricht mer i de händ


2. arabisch

dr sidi abdel assar vo el hama
het mal am morge früe no im pijama
ir strass vor dr moschee
zwöi schöni ouge gseh
das isch dr afang worde vo sim drama

s isch d tochter gsy vom mohamed mustafa
dr abdel assar het nümm chönne schlafa
bis är bim mohamed
um d hand aghalte hed
und gseit: i biete hundertfüfzig schaf a

dr mohamed het gantwortet: bi allah
es fröit mi, dass my tochter dir het gfalla
doch wärt isch si, my seel
zwöhundertzwänzg kamel
und drunder chan i dir sen uf ke fall la

da het dr abdel assar gseit: o sidi
uf sone tüüre handel gang i nid y
isch furt, het gly druf scho
e billigeri gno
wo nid so schön isch gsy, drfür e gschydi

doch wenn es nacht wird über der sahara
luegt är dr mond am himel häll und klar a
und truuret hie und da
de schönen ouge na
und dänkt: hätt i doch früecher afa spara


3. bim coiffeur

bim coiffeur bin i gsässe vor em spiegel, luege dry
und gseh dert drinn e spiegel wo ar wand isch vis-à-vis
und dert drin spieglet sech dr spiegel da vor mir
und i däm spiegel widerum dr spiegel hindefür

und so geng wyter, s'isch gsy win e länge korridor
i däm my chopf gwüss hundertfach vo hinden und vo vor
isch ufgreit gsy i eier kolonne, z'hinderscht isch dr chopf
i ha ne nümme gchennt, so chly gsy win e gufechnopf

my chopf, dä het sich dert ir wyti, stellet öich das vor
verloren ir unäntlechkeit vom länge korridor
i ha mi sälber hinde gseh verschwinde, ha das gseh
am heiterhälle vormittag und wi we nüt wär gscheh

vor chlupf han i mys muul ufgscperrt, da sy im korridor
grad hundert müüler mit ufgange win e männerchor
e männerchor us mir alei, es cheibe gspässigs gfüel
es metaphysischs grusle het mi packt im coiffeurgstüel

i ha d'serviette vo mer grissen, ungschore sofort
das coiffeurgschäft verla mit paar entschuldigende wort
und wenn dir findet i sött e chly meh zum coiffeur ga
de chöit dir jitz verstah warum i da e hemmig ha


4. dene wos guet geit

dene wos guet geit
giengs besser
giengs dene besser
wos weniger guet geit
was aber nid geit
ohni dass's dene
weniger guet geit
wos guet geit

drum geit weni
für dass es dene
besser geit
wos weniger guet geit
und drum geits o
dene nid besser
wos guet geit


5. dialog im strandbad

"was gsehn i", seit ds vreni zum stini
"du treisch ja mini-bikini!"

"das sy nid dyni bikini"
seit ds stini
"s'sy mini!"

"ja, stini, die mini-bikini sy dyni
das gsehn i", seit ds vreni
"s'treit keni so weni
wi du"


6. d nase

loset mit was für methode
mängisch ds schicksal eim tuet schla
loset mit was für methode
mängisch ds schicksal eim tuet schla
zumnen arzt isch eine cho dä
het e zlängi nase gha
het e zlängi nase gha

dokter tüet mer d'nase chürze
so chas nümme wytergah
dokter tüet mer d'nase chürze
so chas nümme wytergah
nie chan i es bierli stürze
ohni se im nasse z'ha
ohni se im nasse z'ha

wil si geng isch aputscht a se
het mi d'frou sogar verlaa
wil si geng isch aputscht a se
het mi d'frou sogar verlaa
s'geit kei tür zue vor myr nase
wo se nid drinn ygchlemmt ha
wo se nid drinn ygchlemmt ha

wo der dokter mit em mässer
ihm die nase gchürzt het gha
wo der dokter mit em mässer
ihm die nase gchürzt het gha
het dr ma grüeft: jitz wirds besser
i fa nöi mys läben a
i fa nöi mys läben a

doch bim heiga het im äbe
d'richtig gfählt dr nase na
doch bim heiga het im äbe
d'richtig gfählt dr nase na
är isch schreg uf d'strass, het ds läbe
under emnen outo gla
under emnen outo gla


7. dr alpeflug

s'sy zwee fründen im ne sportflugzüg
en alpeflug ga mache
flügen ufe zu de gipflen und
z'dürab de gletscher nache
hinde sitzt dr passagier
dä wo stüüret, dä sitzt vor
und es ratteret und brummet
um sen ume dr motor

da rüeft dä, wo hinde sitzt:
lue, ds bänzin geit us, muesch lande!
wie? was seisch? rüeft dr pilot
los, i ha di nid verstande
wie? was hesch gseit? rüeft dä hinde
warum landisch nid sofort?
red doch lüter, rüeft dä vorne
bi däm krach ghör i kes wort

i versta's nid, rüeft dä hinde
warum machsch's nid? bisch drgäge?
i versta's nid, rüeft dä vorne
muesch mer's würklech lüter säge!
wie? was seisch? rüeft dise, lue
dr tank isch läär, du flügsch nümm wyt!
los, bi däm mordstonnerslärme
rüeft dä vorne, ghör i nüt

aber los doch, rüeft dä hinde
gottfridstutz mir hei nid d'weli
tue nid ufgregt, rüeft dä vorne
red doch lüter, gottverteli!
los, rüeft dise, we mir jitz nid lande
gheie mir i ds tal!
ghöre gäng no nüt, rüeft äine
los begryf doch das emal!

so het im motorelärme
dr pilot halt nid verstande
dass ihm jitz ds bänzin chönnt usga
und dass är sofort sött lande
da uf ds mal wird's plötzlech still
nämlech wil ds bänzin usgeit
und jitz wo me's hätt verstande
hei si beidi nüt meh gseit


8. dr eint het angscht

dr eint het angscht, dr ander chönnt lache
dr ander het angscht, dass dr eint chönnt lache
und alli mache si alls wo si mache
us angscht dervor, dass öpper chönnt lache

und wil nid alli über ds glyche lache
chönnt me mängisch ds einte oder ds andere mache
und s'würd i beidne fäll öpper lache
so chunnts, dass si halt de gar nüt mache

si dänke nid dra bi däm, was si mache
bi däm heisst das was si nid tüe mache
us angscht dervor, dass öpper chönnt lache
dass öpper darum ersch rächt chönnt lache

es isch im grund ja grad das zum lache
dass si geng angscht hei das öpper chönnt lache
und was si o mache dass niemer söll lache
es nützt ne drum alles nüt!


9. dr parkingmeter

bimne parkingmeter ha
ni mys outo welle la
aber ha kes zwänzgi gha
für bim gältschlitz ynezla

ja was machen ig jitz da
hani tänkt, i chönnti ja
schnäll zur poscht am egge gah
mir es zwänzgi wächsle la

aber halt, de müesst i ja
chönne ds outo hie la stah
und zu däm zwäck müesst i da
zersch es zwänzgi ynela

und es zwänzgi han i ja
äbe nid, i müessti da
zersch zur poscht am egge gah
und mys outo hie la stah

und für ds outo hie la z'stah
müesst i zersch es zwänzgi ha
und das isch was i nid ha
wen i nid uf d'poscht cha gah

zwar uf d'poscht müesst i nid gah
wen i ds zwänzgi hätt, doch da
i das zwänzgi ja nid ha
chan i ds outo nid la stah

und i cha kes zwänzgi ha
wil i nid uf d'poscht cha gah
und uf d'poscht chan i nid gah
wil i ja kes zwänzgi ha

bimne parkingmeter ha
ni mys outo welle la
aber ha kes zwänzgi gha
und ha wider müesse gah


10. dr wecker

leider geit ir nacht my wecker
immer füf minute vor
lütet mir drum jede morge
füf minute z'früech i ds ohr

aber wen i nen am abe
füf minute hinder tät
wär i drum de bim i-ds-bett-ga
wider füf minute z spät

syg's am abe, syg's am morge
s'nimmt mer füf minute pfuus
füf minute sy nid vil, doch
mit dr zyt macht's öppis us

i zwölf tag isch das e stund
i drei monet schon e nacht
won i wäg däm blöde wecker
schliesslech schloflos hätt verbracht

i ha sorge wäg myr gsundheit
uswäglos isch d situation
zletscht han ig dr wecker furtggäh
sider weckt mi ds telefon


11. ds heidi

är wohnt a dr glyche gass
und i bi mit dir i d'klass
so ischs cho, das mir grad beidi
ds härz a di verlore hei
heidi, mir wei di beidi
beidi, heidi, hei di gärn

är isch grosse held im sport
i probieres meh mit wort
jeden uf sy art umwärbe
mir di, heidi, ig und är
heidi, mir wei di beidi
beidi, heidi, hei di gärn

zum bewys är heig di gärn
schiesst är gool bi fc bärn
ig erkläre mi dir schlicht
i form vo lyrische gedicht
heidi, mir wei di beidi
beidi, heidi, hei di gärn

jede sunntig dänksch am mätsch
är syg dä wo d'lieber hätsch
findsch daheim vo mir e brief
de chehrt sech ds blatt, du süfzgisch tief
heidi, mir wei di beidi
beidi, heidi, hei di gärn

s'het nid chönne wytergah
hesch nid beidi chönne ha
schliesslech hei du är und i gseit
heidi, jitz entschliessisch di
heidi, entscheid di, beidi
wei di, beidi chasch nid ha

hätti gwüsst wis usechunnt
einisch ire schwache stund
hesch du di verlobt, s'isch zvil
mit ihm am sunntig nach em spil
nei, di entscheidig, heidi
nei dy bscheid - i bi enttüüscht

dadrus han i glehrt, dass hütt
nümm so vil erreicht, wär d'lüt
mit literatur erchlüpft
wi wär a ds rächten ort hi stüpft


12. ds nüünitram

geschter z'nacht het ds nüünitram statt hei i ds depot z'gah
plötzlich, niemer weis warum, sys schinegleis verla
isch zum himel ufegflogen und dert natina
i dr nacht verschwunden ohni spure z'hinderla

sibe hünd hei kläglich gjoulet grad wo das isch gscheh
und e chalte windstoss isch dür d'monbijou-allee
und s'het e betrunkne wos als einzige het gseh
dür die lääare strasse brüelet: oherjeminee!

das het amne polizischt wo dert zur stell isch gsy
hüenerhut ygjagt, dass är es ei het gleit derby
und e frou het tänkt: wie nützlech doch die tschugger sy!
het ds ei gno und's bräglet bis's es stierenoug isch gsy

doch dr stier isch us dr pfanne drusbrönnt und dervo
d'frou het afa brüele, lut und zetermordio
bis dr stier sech in es tram verwandlet het und so
uf de gleis isch wytergfahre gäge ds tramdepot

druf ischs wider stiller worden und de schliesslech rue
ds nüünitram isch hinden um e rank em depot zue
eine het no grüeft: i pfuuse, blaset mir id schue!
und dir heit jitz vo mym gschichtli sicher alli gnue


13. dynamit

einisch ir nacht won i spät no bi gloffe
d'bundesterrasse z'düruf gäge hei
han i e bärtige kärli atroffe
und gseh grad dass dä sech dert, jemers nei
dass sech dä dert zu nachtschlafener zyt
am bundeshus z'schaffe macht mit dynamit

i bi erchlüpft und ha zuen ihm gseit: säget
exgüse, aber es gseht fasch so us
wi dass dir da jitze würklech erwäget
das grad id luft welle z'spränge das hus
ja, seit dä ma mir mit für, es mues sy
furt mit däm ghütt, i bi für d'anarchie

was isch als bürger mir da übrigblybe
als ihm's probiere uszrede, i ha
ihm afa d'vorteile alli beschrybe
vo üsem staat, eso guet dass i cha
ds rütli und d'freiheit und d'demokratie
han i beschworen, är sölls doch la sy

d'angscht het mys rednertalänt la entfalte
chüel het dr wind um üs gwäit i dr nacht
während ig ihm en ouguschtred ha ghalte
dass es es ross patriotisch hätt gmacht
zletscht hei dä ma mini wort so berückt
dass är e tränen im oug het verdrückt

so han i schliesslech dr staat chönne rette
är isch mit sym dynamit wieder hei
und i ha mir a däm abe im bett en
orde zuegsproche für my ganz allei
glunge isch nume, dass zmonderischt scho
über mi red mir du zwyfel si cho

han ig ihm d'schwyz o mit rächt eso prise
fragen i mi no bis hüt hindedry
und no uf eis het dä ma mi higwise
louf i am bundeshus sider verby
mues i gäng dänke, s'steit numen uf zyt
s'länge fürs z'spränge paar seck dynamit


14. es git e bueb mit name fritz

es git e bueb mit name fritz
es git e bueb mit name fritz
und dä cha renne wi dr blitz
und dä cha renne wi dr blitz

är rennt, dä unerhört athlet
är rennt, dä unerhört athlet
so schnäll, das me ne gar nid gseht
so schnäll, das me ne gar nid gseht

und wil er geng isch grennt bis jitz
und wil er geng isch grennt bis jitz
het ne no niemer gseh, dr fritz
het ne no niemer gseh, dr fritz

und ig sogar, dr värslischmid
und ig sogar, dr värslischmid
mues zuegäh: vilich gits ne nid
mues zuegäh: vilich gits ne nid


15. hemmige

s'git lüt, die würden alletwäge nie
es lied vorsinge, so win ig jitz hie
eis singen um kei prys, nei bhüetis nei
wil si hemmige hei

si wäre vilicht gärn im grund gno fräch
und dänke, das syg ires grosse päch
und s'laschtet uf ne win e schwäre stei
dass si hemmige hei

i weis, das macht eim heiss, verschlat eim d'stimm
doch dünkt eim mängisch o s'syg nüt so schlimm
s'isch glych es glück, o we mirs gar nid wei
das mir hemmige hei

was unterscheidet d'mönsche vom schimpans
s'isch nid die glatti hut, dr fählend schwanz*
nid dass mir schlächter d'böim ufchöme, nei
dass mir hemmige hei

me stell sech d'manne vor, wenns anders wär
und s'chäm es hübsches meiteli derhär
jitz luege mir doch höchstens chly uf d'bei
wil mir hemmige hei

und we me gseht, was hütt dr mönschheit droht
so gseht me würklech schwarz, nid nume rot
und was me no cha hoffen isch alei
dass si hemmige hei


16. hie ir schwyz

hie ir schwyz da hei d'politiker
fasch geng e gsunde schlaf
s'isch der lohn vom guete gwüsse
si sy würklech alli brav
denn si glouben a d'regierig
wo alles weis und alles cha
und drum säge si zu allem
was da chunnt geng nume ja

doch vereinzelt
wett fasch säge schwarzi schaf
wo uf alls e grossi wuet hei
die si gar nid öppe brav
gloube gar nüt der regierig
wo nüt so macht wi si's wei
und drum säge si zu allem
was da chunnt geng nume nei

und will die so destruktiv sy
sy die andre dopplet brav
und wil die so dopplet brav sy
disi ersch rächt schwarzi schaf
s'macht der aschyn, dass mir nume
die zwo müglechkeite hei
dass men immer nume ja seit
oder immer nume nei

wivil schöner wär's, die vile
hätte nid so gsunde schlaf
und sie wären e chly kritisch
(glychs gilt für die schwarze schaf)
nume däwäg isch es müglech
dass mir mal dä zuestand hei
wo me je nach däm was chunnt ou
mängisch ja seit, mängisch nei


17. i han es zündhölzli azündt

i han es zündhölzli azündt
und das het e flamme gäh
und i ha für d'zigarette
welle füür vom hölzli näh
aber ds hölzli isch dervo-
gspickt und uf e teppich cho
und es hätt no fasch es loch i teppich gäh dervo

ja me weis was cha passiere
we me nid ufpasst mit füür
und für d'gluet ar zigarette
isch e teppich doch de z'tüür
und vom teppich hätt o grus
chönne ds füür i ds ganze hus
und wär weis, was da nid alles no wär worde drus

s'hätt e brand gäh im quartier
und s'hätti d'füürwehr müesse cho
hätti ghornet i de strasse
und dr schluuch vom wage gno
und sie hätte wasser gsprützt
und das hätt de glych nüt gnützt
und die ganzi stadt hätt brönnt, es hätt se nüt meh gschützt

und d'lüt wären umegsprunge
i dr angscht um hab und guet
hätte gmeint s'heig eine füür gleit
hätte ds sturmgwehr gno ir wuet
alls hätt brüelet: wär isch tschuld?
ds ganze land i eim tumult
dass me gschosse hätt uf d'bundesrät am rednerpult

d'uno hätt interveniert
und d'uno-gägner sofort o
für ir schwyz dr fride z'rette
wäre beid mit panzer cho
s'hätt sech usdehnt natina
uf europa, afrika
s'hätt e wältchrieg gäh und d'mönschheit wär jitz nümme da

i han es zündhölzli azündt
und das het e flamme gäh
und i ha für d'zigarette
welle füür vom hölzli näh
aber ds hölzli isch dervo-
gspickt und uf e teppich cho -
gottseidank dass i's vom teppich wider furt ha gno


18. mir hei e verein

mir hei e verein, i ghöre derzue
und d'lüt säge: lue dä ghört o derzue
und mängisch ghören i würklech derzue
und i sta derzue

und de gsehn i de settig, die ghöre derzue
und hei doch mit mir im grund gno nüt z'tue
und anderi won i doch piess derzue
ghöre nid derzue

und ou was si mache, die wo derzue
tüe ghöre, da standen i nid geng derzue
und mängisch frage mi d'lüt: du lue
ghörsch du da derzue?

und i wirde verläge, sta nümm rächt derzue
und dänken: o blaset mir doch i d'schue
und gibe nume ganz ungärn zue:
ja i ghöre derzue

und de dänken i albe de doch wider: lue
s'ghört dä und dise ja ou no derzue
und de ghören i doch wider gärn derzue
und i sta derzue

so ghör i derzue, ghöre glych nid derzue
und stande derzue, stande glych nid derzue
bi mängisch stolz und ha mängisch gnue
und das ghört derzue

mir hei e verein, i ghöre derzue
und d'lüt säge: lue dä ghört o derzue
und mängisch ghören i würklech derzue
und i sta derzue


19. si hei der willhelm täll ufgfüehrt

si hei der willhelm täll ufgfüehrt im löie z'nottiswil
da bruchts viel volk, gwüss z'halbe dorf, hett mitgmacht i däm schpil,
die andri helfti isch im saal gsy, bim'ne grosse bier,
als publikum, het zuegluegt und isch gschpannt gsy, was passier.

am aafang isch es schön gsy, do het als schtouffacherin,
d'frou pfarrer mit dem schnyder gret, i wort vo tiefem sinn,
und als isch grüert gsy, sy het dasmal nid gseit, s'chleid sig z'tüür,
und är het guet ufpasst das är der fade nid verlüür.

uf zmal, churz vor em öpfelschuss, der lehrer chunnt als täll,
sy suhn, dä frogt'ne dis und äis, do rüeft dert eine schnäll,
wo un'drem huet als wach isch gschtande, so dass jede ghört,
wiso fragt dä so dumm, het dä ir schuel de nüt rächts gleert.

e fründ vom täll, e maa us altdorf, zwickt em eis uf ds muul,
und dise wo der huet bewacht, git ume, gar nid fuul,
und schtoost ihm mit syr helebarde eine z'mitts i buuch,
da chunnt scho s'volk vo uri z'schpringe, donner jetzt geits ruuch.

die einte, die vo öschterrich, die näh für d'wach partei,
die andre, die vo altdorf, für ä täll, ei schlegerei,
mit helebarde, cartonschwärt, culisse, schlöh sy dry,
der täll ligt und'rem gessler scho, da mischt der saal sech y.

jetz chöme gleser z'flüge, jede schtillt sy gheimi wuet,
es chrose disch u bänk und's bier vermischt'sech mit em bluet.
der wirt rouft sech sys haar, d'frou schinet broch'ni glider y,
zwo schtund lang het das duuret, do isch öschtrich gschlage gsy.

si hei der willhelm täll ufgfüehrt im löie z'nottiswil
und gwüss no niene i naturalistischerem styl,
d'versicherig het zahlt - hingäge eis weiss ig sithär,
sy würde d'freiheit gwinne, wenn sy däwäg z'gwinne wär,
sy würde d'freiheit gwinne, wenn sy däwäg z'gwinne wär.


20. us emene lääre gygechaschte

us emene lääre gygechaschte
ziet er sys inschtrumänt
und dr chaschte verschwindet

und er spilt ohni bogen
es lied ohni wort
und er treit e zilinder
doch drunder ke chopf
und ke hals und ke lyb
keni arme, no bei
das het er alles verloren im chrieg

und so blybt no sys lied
nume das isch no da
denn ou e zilinder
het er nie kene gha


21. warum syt dir so truurig?

warum syt dir so truurig?
wohl, me gseht nech's doch a
söttet emal öiji gsichter
gseh, wenn der sitzet im büro
söttet emal öiji gsichter
gseh, wenn der fahret im tram

warum syt dir so truurig?
s'geit doch so wi der's weit
frou u chind sy doch zwäg, im
pruef geit's geng e chly vorwärts
s'längt doch ou hie und da
scho für nes chlys drübery

warum syt dir so truurig?
förchtet der das, wo chönnt cho?
aber dir syt doch versicheret
gäge die mügleche zuefäll
und wenn ds alter de chunnt
heit der e rächti pension

warum syt dir so truurig?
nei, dir wüsset ke grund
vilicht, wenn der e grund hättet
wäret der weniger truurig
mänge, wenn ds läben ihm wehtuet
bsinnt sech derdür wider dra
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