Der Sohn eines wohlhabenden Tapezierers und königlichen Kammerdieners kam schon früh mit dem
Theater in Berührung. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Orléans gründete er
1643 mit Joseph Béjart das Illustre Théâtre und zog nach dessen Schliessung 1645 mit
einer Wandertheatertruppe 13 Jahre lang durch Frankreich. In dieser Zeit nahm er das Pseudonym
Molière an. Nach ihrer Rückkehr nach Paris 1658 gewährte Ludwig XIV. der Truppe seine
Unterstützung sowie die gelegentliche Benutzung des Théâtre du Petit-Bourbon und ab
1661 des Schauspielhauses im königlichen Palast als Spielort. In sicherer Stellung im Palais-Royal
widmete sich Molière als Dramatiker, Schauspieler, Regisseur und Theaterdirektor für den Rest
seines Lebens ganz der Komödie.
1659 kam Les Précieuses ridicules auf die Bühne. Das Stück war ein
Sensationserfolg, und von nun an wurde bis zu Molières Tod jährlich mindestens eine seiner
Komödien uraufgeführt. Molières Theaterschaffen konzentriert sich weitgehend auf die
Komödie, war auf diesem Gebiet allerdings formal breitgefächert, von der pointierten Farce
über die Prosakomödie bis zur Haute Comédie. Inhaltlich herrschten zunächst
Situationskomödie und Sittenkomödie vor. L'École des femmes (1662) markierte
einen Bruch mit der Tradition der Posse. Es gilt als das erste grosse tragikomische Werk in der
französischen Literatur und befasste sich ironisch-distanziert mit der Rolle der Frau in der
damaligen Gesellschaft und den daraus resultierenden geschlechtsspezifischen Erziehungsrichtlinien. Das
Stück stellte zugleich den zeitgenössischen Materialismus bloss und löste eine heftige und
widersprüchliche Publikumsreaktion aus. Seine bedeutendsten Werke schuf Molière auf dem Feld
der Charakterkomödie. In Le Tartuffe (1664, resp. 1669) gelang ihm ein psychologisch
differenziertes, zeitloses Bild eines Heuchlers. Da die satirischen Bezüge auf Hof und Kirche
unübersehbar waren, wurde es fünf Jahre lang mit dem Verbot öffentlicher Aufführung
belegt. Le Misanthrope (1666) demonstrierte einen weiteren exemplarischen Charakter: Ein Mann von
Prinzipien, der beständig die Schwächen und Torheiten anderer kritisiert, ist in seiner
Verliebtheit blind für die Fehler der Angebeteten. Insgesamt haben sich etwa 30 Stücke von
Molière erhalten. Zu den bemerkenswertesten zählen L'Avare (1668) und Le Malade
imaginaire (1673). In der Uraufführung des eingebildeten Kranken spielte der Verfasser
selbst die Hauptrolle, erkrankte während der ersten Spielwoche und starb kurz darauf.
Mit Molière trat ein Neuerer auf den Plan, der mit seinen Zeitgenossen Pierre Corneille und Jean-
Baptiste Racine die Massstäbe des französischen Dramas veränderte. Noch heute sind
Molières Komödien fester Bestandteil der Spielpläne renommierter Bühnen, und manche
seiner Figuren, wie Tartuffe, erlangten sprichwörtliche Bedeutung. Die Comédie-
Française, das Nationaltheater Frankreichs, das 1680 durch den Zusammenschluss des Illustre
Théâtre mit anderen Truppen entstand, gilt noch heute allgemein als das Theater
Molières.
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On voit du premier coup, que Monsieur Harpagon a la vedette dans cette comédie. De plus il est extrêmement avaricieux, dont les autres personnes se moquent. Malgré qu'il ait beaucoup d'argent, il se comporte comme un mendiant. C'est pourquoi ses enfants doivent avoir recours à un crédit, s'ils veulent acheter des nouveaux vêtements. Son habitude ladre se montre tellement clair, dans la scène où il peut choisir entre la femme, qu'il aime, et la cassette avec son argent. Pourtant il se décide pour son vrai amour et il prend l'argent.