Newton war der Sohn eines Landwirts. Ab 1661 studierte er an der Universität Cambridge, wo er durch
seine brillianten theoretischen Ansätze zur Natur des Lichtes, der Gravitation, der Planetenbewegung
und vielen grundsätzlichen mathematischen Problemen auffiel. Bereits 1669 wurde er Nachfolger seines
Professors ür Mathematik in Cambridge, 1672 wurde er Mitglied der Royal Society, deren
Präsident er von 1703 bis zu seinem Tod war. 1689 entsandte ihn die Universität Cambridge als
ihren Vertreter in das englische Parlament. Als Vorsteher der königlichen Münzstätte in
London bekämpfte er ab 1699 das Falschmünzerwesen. Ab 1705 durfte sich Newton Sir nennen.
Newton gilt als Begründer der klassischen theoretischen Physik und zusammen mit Galilei der neuzeitlichen empirischen Naturwissenschaften überhaupt. Newton war ein Befürworter der induktiven Methode. In seinem 1687 veröffentlichten Hauptwerk Philosophiae naturalis principia mathematica stellte er die drei (newtonschen) Axiome der Mechanik und das Gravitationsgesetz dar. Newton zeigte, dass seine Bewegungsgleichung auf Planeten angewandt die keplerschen Gesetze bestätigt. Mit der Anwendung von mechanischen Gesetzen auf die Bewegung der Himmelskörper wurde Newton zum Begründer der so genannten Himmelsmechanik. In scharfem Gegensatz zu Aristoteles' Physik war Newton überzeugt, dass die irdischen Naturgesetze überall im Universum gültig seien. In Newtons Hauptwerk werden aber auch die Gezeiten, die Farben und viele andere mathematische und physische Fragen erklärt. Angeregt durch Descartes und andere befasste sich Newton mit der Infinitesimalrechnung. Mehrmals verstrickte er sich dabei in Streitigkeiten mit Leibniz, der ebenfalls an diesem Problem arbeitete. Newton konnte es nicht ertragen, dass sich Leibniz' Darstellungsart mit dem Integralzeichen durchsetzte und bezichtigte den Deutschen des Plagiats. Als Leibniz daraufhin die Sache der Royal Society vorlegte, der auch er angehörte, nutzte Newton seine Stellung als Präsident aus, um die gewünschte Verurteilung Leibniz' zu erreichen. Weniger bekannt ist, dass sich Newton auch mit der Theologie befasste. Er war überzeugt, dass das Schicksal der Menschheit in der Bibel verschlüsselt enthalten ist und bemühte sich, die Prophezeiungen Daniels und der Johannes-Apokalypse zu deuten. Locke meinte einmal über Newton, in der Kenntnis der Heiligen Schrift könne sich kaum ein Priester mit Newton messen. Newton war der Auffassung, dass die Naturwissenschaften dem Glauben nicht schadeten, sondern ihn sogar stärkten.
Newtons physikalische Ansichten setzten sich zuerst nur langsam durch, viele hielten noch zur Wirbeltheorie von Descartes. In Frankreich setzten sich jedoch Maupertuis, Voltaire und andere früh für Newton ein. Die von ihm geschaffene klassische Physik wurde erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die Relativitätstheorie von Einstein abgelöst.
| Literatur: | Isaac Newton, Mathematische Grundlagen der Naturphilosophie, Hamburg 1988, Meiner. |
| Internet: | Isaac Newton,
Observations on Daniel and the Apocalypse of St. John, englischer Originaltext. Isaac Newton, Mathematical Principles of Natural Philosophy, englische Übersetzung (unvollständig). Paul Halsall, Newtons wissenschaftliche Methode, Ausschnitt aus den Principles. Bernhard Berchtold, Isaac Newton, Biographie mit Erklärung einiger mathematischer Sätze. |
Menschen
«Takt ist die Kunst, einen Erfolg zu erzielen, ohne sich einen Feind zu machen.»
«Ich kann die Bewegung der Himmelskörper berechnen, aber nicht das
Verhalten der Menschen.»