Schellings Vater und Mutter waren beide Pastorenkinder. Schon früh entdeckte man Schellings
ausserordentliche Begabung. Bereits mit 15 Jahren begann er seine theologischen und philosophischen
Studien im Tübinger Stift, wo er Hegel und Hölderlin
kennenlernte. Nach seinem Examen 1795 wirkte Schelling als Hauslehrer adliger Söhne und widmete sich
nebenbei an der Universität Leipzig naturwissenschaftlichen und mathematischen Themen. Auf
Empfehlung von Goethe, Schiller und Fichte wurde er 1798 Professor in Jena, wo zu dieser Zeit auch Fichte und Hegel lehrten. Schelling schloss sich dem romantischen Freundeskreis um Caroline Schlegel an, die er nach ihrer Scheidung 1803 heiratete. Von 1803-1805 lehrte Schelling in Würzburg und 1806 wechselte er nach München. Nach dem Tod seiner ersten Frau 1809 lernte er Pauline Gotter kennen, die er 1812 heiratete. 1820 wurde Schelling Professor in Erlangen. 1827 kehrte er nach München zurück und 1841 wurde er vom preussischen König Friedrich Wilhelm IV. an die Universität Berlin berufen. Zu seinen berühmteren Hörern gehörten dort Kierkegaard, Engels und Bakunin. Da seine Vorlesungen aber stark metaphysisch-spekulative Züge trugen, löste er bei seinem Publikum wenig Begeisterung aus. Enttäuscht zog sich Schelling daher 1846 vom akademischen Leben zurück.
In seinen Jugendjahren wurde Schelling von der Spätaufklärung, Rousseau und der Französischen Revolution beeinflusst. Nachdem er sich vertieft mit den Werken von Kant, Fichte und Spinoza auseinander gesetzt hatte, formulierte er seine Identitätsphilosophie, die Subjekt und Objekt gleichsetzte. In der Philosophiegeschichte wird sie als "objektiver Idealismus" zwischen Fichte und Hegel eingereiht. In seiner Naturphilosophie vertrat er eine pantheistische Weltsicht. Ab etwa 1809 begann sich jedoch sein Denken zu ändern; er verwarf nun den Pantheismus wieder und stellte diesem ein "positives" System gegenüber, in dem er die menschliche Existenz als Daseinsform des Ich-Bewusstseins im Absoluten definierte.
Obwohl Schelling keine Schule begründete, beeinflusste er eine Reihe von Denkern. Seine Auffassung vom Willen wurde von Schopenhauer, Nietzsche und Freud weitergedacht.
| Internet: | Annette Schlemm,
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