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Last Update: 22.12.04
 

 
 

Friedrich Schleiermacher (1768-1834)

Der deutsche Philosoph Friedrich Schleiermacher wurde am 21. November 1768 in Breslau geboren und starb am 12. Februar 1834 in Berlin. Schleiermacher begründete die Hermeneutik als eine universale Theorie des Verstehens und übersetzte Platons Werke ins Deutsche. Er fasste Religion als Sinn und Geschmack fürs Unendliche auf und skizzierte in seiner Dialektik eine Art Anleitung zum Philosophieren.

Friedrich Daniel Ernst 

Schleiermacher Friedrich Daniel Ernst stammte aus einem pietistischen Elternhaus. Er studierte 1787-89 in Halle Theologie, Philosophie und Philologie. Danach war er als Hauslehrer und Hilfsprediger tätig, bis er 1796 als Prediger in der Berliner Charité eingestellt wurde. In Berlin lernte Schleiermacher den Kreis der Romantiker um Schlegel kennen und verfasste 1799 sein religionsphilosophisches Frühwerk Über die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern. 1802 wurde er Hofprediger in Stolp und 1804 ausserordentlicher Professor und Universitätsprediger in Halle. Als diese Hochschule geschlossen wurde, zog Schleiermacher 1807 nach Berlin, wo er Humboldt bei der Universitätsgründung half. 1809 nahm er eine Predigerstelle an und heiratete Henriette von Willich. 1810 wurde er Professor an dieser neuen Universiät und 1811 in die Preussische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Mit der Zeit wuchs Schleiermachers Bekanntheit immer stärker, andererseits wurden aber auch seine Gegner zahlreicher, doch sie konnten ihm nicht wirklich schaden. 1834 starb Schleiermacher an einer Lungenentzündung

Schon zu Lebenszeiten genoss Schleiermacher eine breite Anerkennung. Er galt als hervorragender Prediger, Predigtsammler, Übersetzer von Platons Büchern und befasste sich mit ethischen, ästhetischen und pädagogischen Fragen. Beeinflusst durch Herder und Kant baute Schleiermacher die Hermeneutik zu einer «Kunstlehre des Verstehens» aus. Schleiermachers philosophisches Hauptwerk erschien erst 1839 unter dem Titel Dialektik und zählt zum transzendentalen Idealismus. Ähnlich wie Fichte ging es auch Schleiermacher um das Programm einer «höchsten Wissenschaft», die zur Begründung allen Wissens und aller Wissenschaften dienen soll. Im Unterschied zur Dialektik Hegels entwickelte Schleiermacher eine Art Anleitung zum Philosophieren, nämlich ein methodisch geregeltes Kunstverfahren zur Konstruktion gesicherten Wissens durch Überwindung gegensätzlicher Gedanken. In seinem theologischen Werk ging es Schleiermacher um die Vermittlung von protestantischer Theologie mit den Werten der Aufklärung. Bereits in der Frühschrift Über die Religion bestimmte er Religion als «Anschauung und Gefühl».

Schleiermacher gab theologisch und wissenschaftsgeschichtlich viele Impulse. Die Hermeneutik wurde von Dilthey als methodologische Grundlage aller Geisteswissenschaften verstanden und ausgebaut. Im 20. Jahrhundert lehrten Heidegger und Gadamer, dass Verstehen nicht bloss eine Methode, sondern eine wesentliche Komponente der menschlichen Existenz sei.

Literatur:   Friedrich D.E. Schleiermacher, Hermeneutik und Kritik, Frankfurt am Main 1999, Suhrkamp.
Friedrich D.E. Schleiermacher, Über die Religion, Stuttgart .., Reclam UB 8313.
Internet:   Wikipedia, Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, guter Artikel in der freien Enzyklopädie.

 

BERÜHMTE ZITATE

Religion
«Religion ist Sinn und Geschmack fürs Unendliche.»
«Nicht der hat Religion, der an eine heilige Schrift glaubt, sondern welcher keiner bedarf und wohl selbst eine machen könnte.»

Liebe
«Lieben, das heisst Seele werden wollen in einem anderen.»
«Lass dir keine Grenzen setzen in deiner Liebe, nicht Mass, nicht Art, nicht Dauer.»

Kinder
«Man darf um keinen Preis die Gegenwart der Kinder irgendeiner Zukunft opfern.»
«Je mehr wir unsere Kinder lieben, desto weniger kann es uns genügen, dass sie nur in unsere Fussstapfen treten.»

Andere Aussprüche
«Geduld ist die Kunst zu hoffen.»
«Wahre Wissenschaft ist vollendete Anschauung.»
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