Spencer arbeitete zunächst als Hilfslehrer und Eisenbahningenieur, bis er zum Journalismus fand. Spencer wurde schliesslich Mitherausgeber des Economist. Autodidaktisch bildete er sich weiter und machte sich durch philosophische und soziologische Veröffentlichungen einen Namen.
Spencer beharrte in seinen Schriften auf der Anwendung naturwissenschaftlicher Methoden auf philosophische Probleme. Neun Jahre vor Darwin entwickelte er eine organizistische Evolutionstheorie. Im Unterschied zu Darwin glaubte Spencer, das Evolutionsprinzip könne man in allen Wissenschaften anwenden, um so eine "synthetische Philosophie" zu bilden. Ähnlich wie Mill vertrat Spencer einen strikten Empirismus. Er lehrte, wissenschaftliche Erkenntnis unterscheide sich von alltäglicher nur durch die besonders akribische Beschreibung der Erfahrungswelt und durch die Postulierung allgemeiner Gesetze. Nach Spencer erlauben die Evolutionsgesetze erstmals die Strukturierung aller empirischen Daten mehrerer Wissenschaftsdisziplinen unter einem Prinzip, weshalb er erklärte, der Evolutionismus sei die erste wissenschaftlich fundierte Weltsicht. Spencer meinte, auch Gesellschaften befänden sich in einem langen Prozess von Anpassung (Kindheit), Differenzierung (Reife) und Auflösung (Tod), wobei Spencer in sozialen Systemen den Fortschritt in der Anpassung an Veränderungen sah.
Spencers organizistische Gesellschaftstheorie übte grossen Einfluss auf die Entwicklung des Sozialdarwinismus aus, beeinflusste aber auch moderne Soziologen, insbesondere Parsons.
| Literatur: | Herbert Spencer, Die ersten Prinzipien der Philosophie, Pähl 2004, Jolandos. |
| Internet: | Herbert Spencer, A System of Synthetic Philosophy, englischer Originaltext. |
Gesellschaft
«Wir alle verachten Vorurteile, aber wir sind alle voreingenommen.»
«Die tiefe Sicherheit einer Gesellschaft hängt von Natur und Verhalten ihrer
Bürger ab.»
«Der Massstab für den Geist eines Mannes ist die Grösse seines Abscheus vor überflüssigem Lärm.»
Was ist ein Genie?
«Genie kann erklärt werden als die Fähigkeit, mit geringer Mühe das zu vollbringen, was der gewöhnliche Mensch selbst unter Aufwand grösster Mühe nicht vollbringen kann.»