Sein eigentlicher Name war Quintus Septimius Florens Tertullianus. Er wirkte zunächst als Rhetor in Rom und trat etwa 195 zum Christentum über. In der Folge wurde er zu einem kompromisslosen Verteidiger der kirchlichen Lehre und wandte sich gegen die Gnosis. Um 205 schloss sich Tertullian dem Montanismus an. Diese nach ihrem Begründer Montanus benannte prophetisch-eschatologische Bewegung lebte in der Erwartung des unmittelbar bevorstehenden Weltendes und sah sich als die auserwählte Endzeitgemeinde an; Montanus ging sogar soweit, sich als Paraklet (Heiliger Geist) zu erklären. Wie heutige Sekten fanden auch die Montanisten, die anderen Christen seien von den urchristlichen Idealen abgefallenen. Die kleine Gemeinde der Montanisten forderte von ihren Mitgliedern eine strenge Askese.
Tertullian war der erste Lehrer der Kirche, der auf lateinisch schrieb. Er prägte zahlreiche Formulierungen, die grundlegend für die theologische Terminologie der lateinischen Kirche wurden, so etwa das von ihm eingeführte Wort "trinitas" für die Dreifaltigkeit Gottes. Von einer Stelle aus Tertullians Schrift über die Fleischwerdung Christi wurde der Satz «Credo quia absurdum est!» abgeleitet, den Luther später zum Motto seiner Glaubensüberzeugung machen sollte. Er bedeutet in etwa «Ich glaube, gerade weil es widersinnig ist.»
| Literatur: | Henrike M. Zilling, Tertullian, Paderborn 2004, Schöningh. |
| Internet: | Tertullian, Schriften, übersetzt von Dr. K. A. Heinrich Kellner. Ökumenisches Heiligenlexikon, Artikel Tertullian, kurze Vita mit einigen Links. |
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Ehe
«Die Ehe basiert auf demselben Akt wie die Hurerei. Darum ist es das Beste für den Mann,
kein Weib zu berühren.»
Schleier für Christinnen?
«Der Frau steht nur Trauerkleidung zu. Sobald sie dem Kindesalter entwachsen ist, soll sie 'ihr
so gefahrenbringendes Antlitz' verhüllen, bei Gefahr des Verlustes der ewigen Seligkeit.»